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Gar nicht altmodisch wirkt
das heutige Interieur des ältesten Gasthauses der Kurstadt. In hellen und
freundlich gestalteten Räumen empfängt Margit Neugebauer ihre Gäste und
bittet sie an die kulinarisch anspruchsvolle Tafel. Aber diese Mauern
verbergen viel Historisches und manch Histörchen.
1855 wurde das renommierte
Haus durch Leonhard Schönberger (1831 -1861) begründet. Gegen Ende das
19. Jahrhunderts übernahm die Familie Flechsenhaar den
Schankbetrieb. Seitdem ist das Haus in Familienbesitz. Doch einst
nannte sich die Gastwirtschaft "Grüner Baum". Auf alten Postkarten ist
noch das alte Wirtshausschild mit dem grünen Baum als Symbol zu
erkennen.
In den Jahren 1830-1849
wird Dieter Schum I. als "Grüne-Baum-Wirt" genannt. Alte Gewerbelisten
und Bürgermeisterrechnungen geben davon Kenntnis. Schums Tochter
Henriette wurde mit einem gewissen Rodenhauser aus Neustadt
verheiratet. Seit diesem Zeitpunkt taucht er als "Gast- und Schildwirt
und Bierbrauer" in den älteren Akten auf. Einige ihrer zahlreichen Kinder sind nach Amerika
ausgewandert und hatten sich in Illinois niedergelassen. Dann tritt
Leonhard Schönberger auf den Plan und errichtet Malzdarre und
Branntweinbrennerei.
Er "braut bis 100 bis 500
Ohm im Jahr und brennt bis zu 50 Ohm". Als 1866 die Württemberger
Soldaten im Pfarrgarten und der Mümlingaue lagerten, liefert L.
Schönberger mit anderen Gastwirten 36 Faß Bier. Die leeren Fässer
wurden von den Soldaten als Brennholz verbrannt. Schönberger entstand
ein Schaden von 65 Gulden. Nachfolger wurde der Wirt
Flechsenhaar. Die Mutter der heutigen Chefin trug ebenfalls diesen
Geburtsnamen.
1896 wurde im "Schönberger
Hof" ein Kasino errichtet, indem sich Ärzte, Apotheker, Lehrer und höhere
Beamte trafen. Auch traf sich die Vereinigung "Mehr Licht" in diesen
Mauern. 1929 wurde hier eine "heimatkundliche Vereinigung" gegründet. Karl
Flechsenhaar verpachtete das alte Brauhaus an den Verein. Es entstand ein
Heimatmuseum, das allerdings 1934 wieder geschlossen wurde. 1958 hat man
das Nebengebäude zu einer Vorbereitungsküche umgebaut. 1960 erfolgt der
Anbau von Autogaragen.
Heute wird das Haus von
Margit Neugebauer, einer Tochter von Hildegard Beckenhaub geb.
Flechsenhaar geführt. Neben der traditionellen deutschen Küche zaubert
Koch Kai Uwe Krämer variantenreiche Genüsse auf die Tische der
Gäste. Jeden Monat wechselt die Karte. "Auf Gastlichkeit, eine
behagliche Atmosphäre, das Wohlfühlen und die Gemütlichkeit kommt es
uns vor allem an!", sagt Margit Neugebauer. Neben vegetarischen
Leckereien stehen auch Gerichte aus Omas Küche hoch im Kurs. Unser
Tipp: Tafelspitz mit Meerrettichsauce und Salzkartoffeln. Kreative
Desserts runden die Hauptmahlzeiten ab. Für Freunde der rustikalen
Variante ist die "Vesperplatte" zu empfehlen. Auch gibt es hausgemachten
Kochkäse. Die Tradition des Hauses scheint ungebrochen zu
bleiben. Denn Sohn Jens Neugebauer, seines Zeichens Koch, zeigt reges
Interesse am altehrwürdigen Betrieb.
Info: "Schönberger
Hof" Inh.: Margit Neugebauer Bahnhofstr. 1 64732 Bad
König Tel. 06063 / 503552 oder 06063 / 5080 Fax 06063 / 50880
e-mail: hotelreginaundhildegard@t-online.de Internet:
www.hotelreginaundhildegard.de/dschoenbergerhof.htm
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